Dienstag, 10. November 2015

Erbenermittlung in Polen - Wissenswertes für Erbenermittler, Nachlasspfleger und Ahnenforscher

Erbenermittlung in Polen – die Suche nach zuständigen Ämtern, Urkunden und Personen.


Aktualisierung des Artikels: 02.05.2018)
Erbenermittler, Nachlasspfleger und Ahnenforscher, die ihre Recherchen in Polen durchführen müssen, wenden sich an mich häufig mit der Frage danach, wie sie ihre Suche möglichst effektiv gestalten können.

Fakt ist: die polnische Bürokratie macht die Sache nicht gerade einfach. Dazu kommt, dass die meisten polnischen Beamten kein Deutsch und kein Englisch sprechen – der Kontakt ist in der Regel nur auf Polnisch möglich. Zusätzlich muss nahezu jede Auskunft schriftlich beantragt werden – hier wird ausschließlich Polnisch akzeptiert, was mit dem Art. 27 der polnischen Verfassung argumentiert wird, der besagt, die Amtssprache der Republik Polen sei eben Polnisch.
Hinzu kommt, dass die deutschen Namen der Städte, die auf deutschen Urkunden stehen, im Polnischen anders geschrieben werden. Manchmal haben verschiedene Orte identische Namen – was auch verwirrend sein kann.

Um die Suche nach Erben möglichst effektiv zu gestalten, ist es hilfreich, folgendes vorab zu wissen:
  • Um eine Auskunft zu erteilen oder eine Urkunde auszustellen verlangt jedes polnische Amt entweder eine Bestallungsurkunde zum Nachlasspfleger oder einen anderen Nachweis, aus dem das rechtliche Interesse hervorgeht – zum Beispiel eine Bescheinigung vom zuständigen Gericht. Die Urkunde bzw. Nachweis müssen mit einer beglaubigten Übersetzung in die polnische Sprache vorgelegt werden.
  • ;Die Personenstandsurkunden wie Geburts-, Heirats,- und Sterbeurkunden (nicht älter als 100 Jahre) werden an polnischen Standesämtern (poln.: Urząd Stanu Cywilnego) in den jeweiligen Städten in Polen. Urkunden, die älter als 100 Jahre sind, werden an Staatsarchive (poln.: Archiwum Państwowe) übergeben. Es gibt in Polen einige solche örtlich zuständige Archive in größeren Städten – dort werden die Urkunden aus der jeweiligen Region aufbewahrt. Manche ältere Urkunden findet man auch in Kirchenarchiven.
  • Die Urkunden bzw. ihre Abschriften werden in beglaubigter oder normaler Kopie ausgestellt. Die meisten polnischen Ämter versenden die Urkunden auch problemlos nach Deutschland – die Bearbeitungsgebühr muss allerdings per Vorkasse auf das Konto des jeweiligen Amtes überwiesen werden – die Bankverbindung wird i.d.R. schriftlich mitgeteilt. Es kommt nur in vereinzelten Fällen vor, dass die Ämter eine Zustellungsanschrift und einen Zustellungsbevollmächtigten in Polen verlangen. Die Bearbeitungsgebühr für die Ausstellung einer Urkunde beträgt jeweils umgerechnet ca. 8 Euro pro Kopie.
  • Die Abschriften aus den Grundbüchern (polnisch: Księga Wieczysta) sind an den Geodäsie-Ämtern oder Geodäsie-Abteilungen (Wydział Geodezji) an Stadtmagistraten (Urząd Miasta) oder Gerichten zu bekommen. Auch hier muss eine Bestallungsurkunde oder entsprechender Nachweis vorgelegt werden, die Bearbeitungskosten sind in etwa gleich.

Sollten Sie Hilfe bei Ihrer Arbeit benötigen, bin ich gern für Sie da.
Ich unterstütze Erbenermittler, Nachlasspfleger, Anwälte und Gerichte bei ihrer Arbeit und biete nicht nur schnell und unkompliziert beglaubigte Übersetzungen Deutsch-Polnisch und Polnisch-Deutsch, sondern auch Hilfe bei Erledigung der Telefonate, der E-Mail-Korrespondenz und beim Ausfüllen der zahlreichen Anträge.

Kontakt:

Anna Janas, M.A. - vereidigte/ermächtigte Übersetzerin
info@lingua74.de
www.lingua74.de
Tel. 0561 - 475 86 91

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